| Bei
Clenbuterol, welches im deutschsprachigen Raum auch unter dem
Markennamen
Spiropent der Herstellerfirma Thomae bekannt ist, handelt es sich um
ein so
genanntes Beta-2-Sympatikomimetikom, welches zur Behandlung von Asthma
eingesetzt wird, da es eine Entspannung des glatten Muskelgewebes der
Atemwege
bewirkt und hierdurch zu einer Erweiterung der Atemwege führt.
Auch wenn es
sich bei Clenbuterol nicht um ein anaboles androgenes Steroid handelt,
ist Clenbuterol
in Bodybuilderkreisen sehr beliebt. Dies beruht auf zwei Wirkungen, die
dem
Wirkstoff Clenbuterol nachgesagt werden. Zum einen soll Clenbuterol
anabol und
antikatabol wirken und zum anderen fördert Clenbuterol den
Fettabbau während
einer Diät.
Die dem
Clenbuterol nachgesagte anabole Wirkung beruht auf einigen mit Tieren
durchgeführten Studien, die eine deutliche anabole Wirkung von
Clenbuterol
zeigen konnten. Leider sind diese Studien so nicht auf den Menschen
übertragbar, was unter anderem daran liegt, dass die bei
diesen Studien
verwendeten Dosierungen von Clenbuterol etwa im tausendfachen Bereich
der beim
Menschen verwendeten therapeutischen Dosierung lagen. Weiterhin scheint
die
anabole Wirkung von Clenbuterol bei Tieren auf Mechanismen zu beruhen,
die beim
Menschen nicht, oder nur sehr schwach ausgeprägt vorhanden
sind. Somit kann die
Anwendung von Clenbuterol für den Aufbau von Muskelmasse
eigentlich ad acta
gelegt werden. Ähnliches gilt für die angebliche
antikatabole Wirkung von Spiropent, da keinerlei Studien vorliegen, die
eine solche Wirkung
von
Clenbuterol zeigen konnten. Die einzige Wirkung von Clenbuterol, die
für den
Muskelaufbau von Vorteil sein könnte, ist die oft beobachtete
Kraftsteigerung,
die wahrscheinlich darauf beruht, dass die Muskeln unter der Einwirkung
von
Clenbuterol etwas kraftvoller kontrahieren können.
Interessanterweise berichten
viele Anwender davon, dass dieser Effekt lediglich beim ersten
Einnahmezyklus
von Clenbuterol deutlich spürbar ist und bei späteren
Einnahmephasen nur noch
schwach oder überhaupt nicht mehr vorhanden ist.
Der
weitaus interessantere Einsatzbereich von Spiropent ist die
Förderung der
Fettverbrennung
während der Diät. Bei Clenbuterol handelt es sich wie
auch bei
Ephedrin um einen
Beta-Rezeptor Agonisten. Der Unterschied besteht jedoch darin,
dass Clenbuterol ein selektiver Beta-2 Rezeptor Agonist ist, was
bedeutet, dass
Clenbuterol fast ausschließlich an den Beta-2 Rezeptoren
wirkt, wogegen
Ephedrin alle drei Beta-Rezeptortypen des Körpers anregt.
Theoretisch sollte
Clenbuterol aufgrund der fehlenden Anregung der Beta-1-Rezeptoren das
Herz-Kreislauf
System weniger stark belasten als Ephedrin, wogegen jedoch
anekdotenhafte
Berichte von Anwendern sprechen, die bei der Anwendung von Clenbuterol
von
deutlichen, das Herz-Kreislauf System betreffenden Nebenwirkungen
wie
nächtlichem beschleunigen Puls und leichten
Herzrhythmusstörungen, berichten.
Die
fettverbrennende Wirkung von Beta-Rezeptor Agonisten wie Clenbuterol
oder
Ephedrin beruht hauptsächlich auf einer leichten
Erhöhung der Körpertemperatur,
die dadurch zustande kommt, dass die Wärmeproduktion in den
Mitochondrien der
Zellen gesteigert wird, was letztendlich in einer Erhöhung des
Grundumsatzes
(der im Ruhezustand verbrauchten Kalorienmenge) resultiert.
Zusätzlich hierzu
bewirkt Clenbuterol eine leichte Unterdrückung des
Hungergefühls, welche jedoch
geringer als die vergleichbare Wirkung von Ephedrin ausfällt.
In der
Praxis wird beobachtet, dass die fettverbrennende Wirkung von Spiropent
während der ersten beiden Anwendungswochen am
stärksten ausfällt und danach
rasch abnimmt. Dieser Effekt beruht darauf, dass Clenbuterol die
Empfindlichkeit der Beta-2 Rezeptoren recht schnell herunterregelt,
wodurch
natürlich auch die Wirkung abnimmt. Um Clenbuterol
über einen längeren Zeitraum
effektiv einsetzen zu können, haben Bodybuilder im Lauf der
Jahre
unterschiedliche Strategien entwickelt. Die älteste dieser
Strategien, die
leider auch heute noch recht weit verbreitet ist, besteht in der
Anwendung
eines 2 Tage On, 2 Tage Off Schemas nach den ersten beiden
Anwendungswochen, um
den Beta-2 Rezeptoren jeweils zwei Tage lang die Möglichkeit
zu geben, sich zu
regenerieren. Man braucht sich jedoch nur die lange Halbwertszeit von
Clenbuterol anzusehen, die im Bereich von 35 Stunden liegt, um zu
sehen, dass
ein solcher Ansatz von vorne herein zum Scheitern verurteilt ist.
Effektiver
sind hingegen Einnahmeschemata, bei denen Clenbuterol für ein
bis zwei Wochen
eingenommen wird, worauf jeweils ein bis zwei Wochen ohne Einnahme
erfolgen.
Während dieser einnahmefreien Wochen nehmen viele Bodybuilder
statt Clenbuterol
Ephedrin ein, was jedoch auch keine besonders sinnvolle Strategie
darstellt, da
Ephedrin neben den Beta-1 und Beta-3 Rezeptoren auch die Beta-2
Rezeptoren
anregt und eine Erholung der Rezeptoren somit ausgeschlossen ist. Als
sinnvoller hat sich in der Praxis die Verwendung von nicht mit den Beta
Rezeptoren in Verbindung stehenden fettverbrennenden Wirkstoffen, wie
z.B.
Yohimbin,
erwiesen.
Eine
weitere in der Praxis beobachtete Strategie besteht in der begleitenden
Einnahme von Ketotifen, welches eine Steigerung der Empfindlichkeit der
Beta-2
Rezeptoren bewirkt. Selbiges gilt für das
Schilddrüsenhormon Liothyronin
(T3),
welches zusätzlich selbst eine deutliche fettverbrennende
Wirkung besitzt.
Die in der
Praxis beobachteten Spiropent Dosierungen liegen im Bereich von 20
bis 160
mcg, wobei meist mit einer geringeren Dosierung Clenbuterol begonnen
wird, die
dann im Lauf der Anwendung langsam gesteigert wird. Aufgrund der langen
Halbwertszeit von Clenbuterol nehmen die meisten Anwender Clenbuterol
auf zwei
Einzelgaben verteilt ein, wobei geringere Dosierungen von Clenbuterol
häufig
auch nur morgens eingenommen werden.
Nebenwirkungen
von Clenbuterol umfassen unter anderem Schlaflosigkeit,
Händezittern, Herz-Kreislauf
Probleme und eine verstärkte Krampfneigung. Die meisten dieser
Nebenwirkung
nehmen mit zunehmender Einnahmezeit ab. Der verstärkten
Krampfneigung kann
durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und der Einnahme
eines
Magnesiumpräparats entgegen gewirkt werde. Weitaus
bedenklicher als diese
deutlich spürbaren Nebenwirkungen sind jedoch die Tatsachen,
dass Clenbuterol
zu Nekrose (Zelltod) im Bereich des Herzmuskels führen kann
und dass
Clenbuterol als Beta-2 Agonist die Insulinsensitivität
reduziert.
|