| Bei der
Acetat-Form von Primobolan handelt es sich um die orale
Darreichungsform des
Wirkstoffes Metenolon (Metenolon Acetat), welcher in Form von Metenolon
Enantat
(besser bekannt unter dem Namen Primobolan
Depot) auch als Injektionslösung
erhältlich ist. Strukturell gesehen handelt es sich bei
Metenolon um ein Dihydrotestosteron-Derivat,
welches eine schwache androgene und eine moderate anabole Wirkung
aufweist. Aufgrund
seiner Struktur kann Primobolan im Körper nicht durch das
Aromataseenzym in
Östrogen umgewandelt werden und somit entfällt bei
der Einnahme von Metenolon
Acetat das Risiko für östrogenbedingte Nebenwirkungen
wie Wassereinlagerungen
und Gynäkomastie, die bei vielen anderen anabolen androgenen
Steroide auftreten
können.
Eine
interessante Eigenschaft von oralem Primobolan ist die Tatsache, dass
es im
Gegensatz zu den meisten anderen oralen anabolen androgenen Steroiden
nicht
17-alpha-alkyliert ist. Um den Wirkstoff oral verfügbar zu
machen wurde
Metenolon 1-alkyliert und 17-beta-verestert. Diese Art der Modifikation
hat zwar
einerseits den Vorteil, dass orales Primobolan eine sehr viel geringere
leberschädigende
Wirkung als 17-alpha-akylierte anabole androgene Steroide wie Dianabol
(Methandrostenolon) oder Anapolon (Oxymetholone)
besitzt, andererseits bietet
diese Modifikation des Steroid-Moleküls jedoch keinen
besonders guten Schutz
für den Wirkstoff Metenolon beim so genannten „First
Pass“ durch die Leber.
Letzteres führt dazu, dass im Vergleich zu anderen oralen
Steroiden bei
Metenolon Acetat relativ hohe tägliche Dosierungen
benötigt werden, um eine
moderate Wirkung zu erzielen. Um dieselbe Wirkung wie durch eine
Injektion von
200 bis 300 mg Primobolan Depot pro Woche zu erzielen, bedarf es der
täglichen
Einnahme von 150 mg oral zugeführtem Primobolan Acetat.
Die
orale Darreichungsform des Primobolan war früher besonders
zu Anfänger-Kuren
sehr
beliebt. Die Betonung liegt hierbei auf „war“, da
Schering die Produktion seit
längerer Zeit bis auf Südafrika und Japan eingestellt
hat, wodurch die
Verfügbarkeit von Metenolon Acetat stark reduziert wurde. Die
Beliebtheit von Metenolon
Acetat bei Anfängern beruhte zum einen darauf, dass es sich um
einen oralen
Wirkstoff handelt und somit keine Injektionen notwendig waren, und zum
anderen
auf der Tatsache, dass die Einnahme von Primobolan aufgrund der
fehlenden
17-alpha-Alkylierung und der nicht vorhandenen Umwandlung in
Östrogen nur
wenige Nebenwirkungen mit sich bringt. Auch wenn Primobolan Tabletten
nicht zu
dramatischen Massezuwächsen führen, können
Anfänger ohne Steroid-Erfahrung mit
diesem Wirkstoff moderate und kontinuierliche Zuwächse an
Qualitätsmuskulatur
erzielen.
Der
zweite Haupteinsatzbereich des anabolen androgenen Steroids Metenolon
Acetat
ist die Wettkampfvorbereitung,
wobei die meisten Wettkampathleten für diesen
Zweck heute zutage jedoch andere, wirkungsvollere anabole androgene
Steroide dem
Metenolon vorziehen. Primobolan besaß früher einmal
den Ruf, dass es die
Fettverbrennung anregt und Metenolon Acetat wurde zu diesem Zweck sogar
von
einigen Bodybuildern mit DMSO (z.B. Dolobene-Gel) vermischt auf die
Problemzonen aufgetragen. Bei dieser angeblichen fettverbrennenden
Wirkung
handelt es sich jedoch genauso um einen Mythos wie bei der Annahme,
dass
injiziertes Winstrol
Depot an der Injektionsstelle ein lokales Muskelwachstum
bewirkt. Doch auch wenn die fettverbrennende Wirkung von Metenolon nur
ein
Mythos ist, stellt Primobolan trotzdem ein für die
Wettkampfvorbereitung gut
geeignetes Steroid dar, da Primobolan nicht aromatisiert und somit
aufgrund
ausbleibender östrogenbedingter Wassereinlagerungen eine gute
Muskelhärte
erzielt werden kann und Metenolon zusätzlich eine
ausgeprägte Stickstoff
einlagernde Wirkung besitzt, die einem Muskelabbau während der
Diät effektiv
entgegenwirkt. Primobolan besaß in den Achtzigern und
frühen Neunzigern den Ruf
das einzige anabole androgene Steroid zu sein, mit dem es
möglich ist, auch
während eines Kaloriendefizits Muskeln aufzubauen.
Auch
wenn Primobolan nur wenige Nebenwirkungen besitzt, kann es als Derivat
von
Dihydrotestosteron erblich bedingten androgenetischen Haarausfall
beschleunigen. Früher war die Ansicht weit verbreitet, dass
der Wirkstoff
Metenolon die körpereigene Testosteron-Produktion kaum
beeinflusst. Dies ist
leider ein weiterer Primobolan Mythos. Da Metenolon eine starke
Affinität für
den Androgenrezeptor besitzt, unterdrückt Primobolan die
körpereigene
Testosteron-Produktion stärker als dies früher
angenommen wurde. Es gibt
Studien die zeigen, dass bereits 30 – 45 mg oral
zugeführtes Primobolan die
Gondatropinspiegel um 15 bis 65 % reduziert.
Die in
der Praxis beobachteten Dosierungen reichen von 75 – 150 mg
Primobolan Acetat
pro Tag, wobei die Einnahme aufgrund der kurzen Halbwertszeit von 4
– 6 Stunden
meist auf drei Einzelgaben pro Tag verteilt erfolgt. Primobolan ist
auch bei
Frauen
sehr beliebt, allerdings birgt es als Dihydrotestosteron-Derivat auch
die hohe Gefahr einer Vermännlichung.
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