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Anavar
(Oxandrolon)
Das
anabole androgene Steroid Oxandrolon wurde im Jahr 1964 unter dem
Markennamen
Anavar vom Pharmahersteller Searle auf den Markt gebracht. Anavar wurde
mit dem
Ziel entwickelt, ein Steroid zu erhalten, das eine extrem niedrige
androgene
Wirkung besitzt. Im Vergleich zu Methyltestosteron
besitzt der Wirkstoff
Oxandrolon nur etwa ein Viertel der androgenen Wirkung, was unter
anderem
darauf beruht, dass es sich bei Anavar um ein Derivat von
Dihydrotestosteron
handelt, welches vom 5-Reduktase-Enzym nicht in androgener wirkendes
Dihydrotestosteron
umgewandelt werden kann. Die androgene Wirkung von Anavar ist so mild,
dass
Oxandrolon sogar bei Kindern zur Förderung des Wachstums und
bei Frauen zur
Behandlung von Osteoporose eingesetzt werden konnte. In der Tat ist
Oxandrolon
das einzige anabole Steroid, das keine negativen Auswirkungen auf das
Längenwachstum von Heranwachsenden besitzt. Ende der Achtziger
wurde Anavar
aufgrund zurückgehender Verkaufszahlen in Amerika und anderen
Ländern vom Markt
genommen, bis man vor einigen Jahren das Potential des Wirkstoffs
Oxandrolon
bei der Behandlung von AIDS erkannte, was dazu führte, dass
die Produktion von
Oxandrolon in Amerika wieder aufgenommen wurde.

Bei
Oxandrolon handelt es sich um ein Dihydrotestosteron-Derivat, welches
mit Hilfe
einer 17-alpha-Alkylierung oral verfügbar gemacht wurde.
Erstaunlicherweise
scheint Oxandrolon jedoch trotz seiner 17-alpha-Alkylierung ein
für orale
Steroide erstaunlich geringes Potential für eine
Leberbelastung zu besitzen.
Eine Studie, bei der die Leberbestastung unterschiedlicher
17-alpha-alkylierter
Steroide wie Methyltestosteron, Fluoxymesteron
(Halotestin) und Methandriol mit
der durch Oxandrolon verursachten Leberbelastung verglichen wurde,
zeigte, dass
Oxandrolon von allen untersuchten oralen anabole androgenen Steroiden
die
geringste Leberbelastung verursachte. So war z.B. die Leberbelastung
durch 20
mg Anavar um 72 % geringer als die durch dieselbe Menge an Halotestin
verursachte Leberbelastung. Der amerikanische Hersteller des Oxandrolon
Präparats Oxandrin erwähnt im Beipackzettel, dass
eine mehrmonatige Anwendung
von Oxandrolon die Leberfunktion nur unwesentlich negativ beeinflusst.
Aufgrund
seiner Struktur kann Oxandrolon nicht vom Aromatase-Enzym in
Östrogen
umgewandelt werden, weshalb östrogenbedingte Nebenwirkungen
wie
Wassereinlagerungen, erhöhter Blutdruck und
Gynäkomastie bei der Einnahme von Oxandrolon
kein Problem darstellen. Da das anabole androgene Steroid Oxandrolon
nur eine
sehr geringe androgene Wirkung aufweist, kommt es bei der Einnahme auch
nur zu
geringen androgenbedingten Nebenwirkungen, weshalb Oxandrolon auch
gerne von
Frauen eingesetzt wird, die Angst vor den mit anderen anabolen
androgenen
Steroiden in Verbindung stehenden
„Vermännlichungserscheinungen“ haben. Die
bei
Frauen in der Praxis beobachtete Dosierung liegt hierbei im Bereich von
5 bis
25 mg Oxandrolon pro Tag. Alles in Allem handelt es sich bei Oxandrolon
um ein
sehr nebenwirkungsarmes anaboles androgenes Steroid, das in der Praxis
selbst
bei hohen Dosierungen von bis zu 80 mg pro Tag nur sehr wenige
Nebenwirkungen
mit sich bringt.
Aufgrund
der Tatsache, dass Oxandrolon einerseits nur eine sehr geringe
androgene
Wirkung besitzt und andererseits nicht zu Östrogen
konvertiert, unterdrückt es
die körpereigene Testosteron-Produktion deutlich weniger als
andere anabole
androgene Steroide. Dies beruht darauf, dass eine negative
Rückkopplung
bezüglich der körpereigenen Testosteron-Produktion
entweder durch eine
überschüssige Menge androgener Wirkstoffe oder einen
erhöhten Östrogenspiegel
zustande kommt. Beides ist bei moderaten Dosierungen von Oxandrolon
nicht
gegeben. Bei höheren Dosierungen von Oxandrolon kommt jedoch
die androgene
Komponente stärker zum Tragen, was zur Folge hat, dass auch
die Unterdrückung
der körpereigenen Testosteronproduktion stärker
ausfällt.
Das
anabole androgene Steroid Anavar wird gerne während der Wettkampfvorbereitung
und der Diät eingesetzt, da Oxandrolon eine gute
Kraftsteigerung bewirkt und
der Muskulatur ein deutlich härteres Aussehen verleiht, was
unter anderem auf
der nicht vorhandenen Umwandlung zu Östrogen beruht.
Für dieses Einsatzgebiet
werden in der Praxis Dosierungen im Bereich von 15 bis 25 mg Oxandrolon
beobachtet, welche gerne mit anderen nicht aromatisierenden anabolen
androgenen
Steroiden wie Primobolan
(Metenolon), Winstrol
(Stanozolol), Halotestin
und/oder Trenbolon
kombiniert werden. Da die Halbwertszeit von Oxandrolon im
Bereich von 8 bis 12 Stunden liegt, wird es von den meisten Sportlern
nur
zweimal täglich eingenommen. Besonders interessant
für die Definitionsphase ist
die Tatsache, dass einige Studien zeigen konnten, dass Oxandrolon den
Körperfettanteil reduzieren kann – bei einer Studie
sogar ohne begleitende
sportliche Aktivitäten und einer Dosierung von nur 20 mg
Oxandrolon pro Tag!
Für
den
Masseaufbau ist Oxandrolon nur bedingt geeignet, da die Einnahme nicht
zu
deutlichen Massezuwächsen führt wie diese typischen
für so genannte Massesteroide
(Testosteron, Dianabol,
Anapolon)
ist. Dafür ist die mit Hilfe von Oxandrolon aufgebaute
Muskelmasse von hoher
Qualität und kann nach dem Absetzen meist fast
vollständig gehalten werden. Für
den Muskelaufbau sind beim Oxandrolon jedoch Dosierungen im Bereich von
20 –
100 mg notwendig, was aufgrund des relativ hohen Preises ein teures
Unterfangen
werden kann.
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