| Halotestin
ist der Markenname der Firma Upjohn für das anabole androgene
Steroid
Fluoxymesteron. Strukturell gesehen handelt es sich bei Fluoxymesteron
um ein
Testosteron-Molekül, das an drei Stellen modifiziert wurde.
Die erste
Modifikation stellt eine 17-alpha-Alkylierung dar, die dazu dient,
Fluoxymesteron oral verfügbar zu machen. Die zweite
Modifikation besteht aus
einer 11-beta-Hydroxylgruppe, welche zur Folge hat, dass Halotestin
nicht durch
das Aromatase-Enzym in Östrogen umgewandelt werden kann. Die
dritte
Modifikation besteht aus einem an Position 9 angehängten Fluor
Atom, welches
auch für den Namen Fluoxymesteron verantwortlich ist.
Von der
Wirkung her ist Halotestin ein recht androgen wirkendes Steroid,
welches ein
besonders gutes Substrat für das 5-alpha-Reduktase-Enzym
darzustellen scheint,
was unter anderem daraus geschlossen werden kann, dass es sich bei
einem großen
Anteil der Stoffwechselprodukte von Fluoxymesteron um
5-alpha-reduzierte
Androgene handelt. Auch wenn das anabole androgene Steroid Halotestin
auf dem
Papier die 19-fache anabole Wirkung von Methyltestosteron besitzt, kann
in der
Praxis kein nennenswerter Aufbau neuer Muskelmasse beobachtet werden.
Stattdessen kommt es bei der Anwendung von Halotestin zu einer
deutlichen
Steigerung von Kraft und Aggressivität, was Fluoxymesteron zu
einem bei
Kraftsportlern und Kampfsportlern beliebten Steroid macht. Die
Steigerung von
Kraft und Aggression wird bei Halotestin nicht wie bei Methyltestosteron
oder Anapolon
(Oxymetholon) durch ein starkes Aufschwemmen und einen
deutlichen
Anstieg des Körpergewichts begleitet, was dazu führt,
dass Halotestin ein
Steroid ist, das gerne von Kraft-
und Kampfsportlern
eingesetzt wird, die in
eine bestimmten Gewichtsklasse antreten möchten und sich keine
Steigerung des
Körpergewichts leisten können. Da die kraft- und
aggressionssteigernde Wirkung
von Halotestin recht bald nach der Einnahme einsetzt, wird
Fluoxymesteron auch
oft nur vor einer harten Trainingseinheit oder einem Wettkampf
eingesetzt. Die
in der Praxis beobachtete Einnahmemenge liegt für diesen Zweck
bei 20 – 30 mg
Fluoxymesteron 30 bis 45 Minuten vor dem gewünschten
Wirkungseintritt, wobei
die Tabletten häufig sublingual eingenommen oder zerkaut
werden, um eine
schnelle und direkte Stimulierung der Androgenrezeptoren im zentralen
Nervensystem zu erreichen.
Bodybuilder
setzen Halotestin außer zum Zweck der Kraft- und
Aggressionssteigerung
hauptsächlich während der Wettkampfvorbereitung
ein. Aufgrund der starken
androgenen Wirkung von Halotestin und der Tatsache, dass Fluoxymesteron
nicht
zu Östrogen umgewandelt wird, verhilft Halotestin bei einem
bereits niedrigen
Körperfettanteil zu einem harten definierten Aussehen. Diese
positiven
optischen Veränderungen werden durch die Fähigkeit
von Halotestin, die
Hämatokrit- und Hämoglobinspiegel zu erhöhen
und die Menge der roten
Blutkörperchen zu steigern, weiter gefördert. Das
hieraus resultierende größere
Blutvolumen resultiert in einem besseren Pump und einem pralleren
Aussehen der
Muskulatur. Diese Eigenschaft macht Halotestin auch zu einem
für
Ausdauersportler interessanten Steroid, da eine
größere Menge an roten
Blutkörperchen mit einer Verbesserung der
Sauerstoffaufnahmekapazität des
Blutkreislaufs gleichgesetzt werden kann. Zusätzlich hierzu
besitzt Halotestin
eine ausgeprägte antikatabole Wirkung, die darauf beruht, dass
Fluoxymesteron
die Umwandlung von Cortison in kataboles Cortisol hemmt. Hierdurch wird
es
möglich trotz starker Einschränkung der
Kalorienzufuhr einen Großteil der
Muskelmasse zu erhalten. Die in der Praxis während der
Wettkampfvorbereitung
beobachteten Dosierungen von Halotestin liegen im Bereich von 30 bis 60
mg
Fluoxymesteron pro Tag, wobei Halotestin meist mit weiteren anabolen
androgenen
Steroiden wie Trenbolon,
Winstrol
(Stanozolol) Masteron
(Drostanolon) und/oder
Testosteron
Propionat kombiniert wird.
Da
Halotestin nicht zu Östrogen umgewandelt werden kann, sind
östrogenbedingte
Nebenwirkungen
wie Wassereinlagerungen und Gynäkomastie bei der Anwendung von
Fluoxymesteron kein Thema. Aufgrund seiner hohen Konvertierungsrate in
Dihydrotestosteron
und verwandte Wirkstoffe muss bei Fluoxymesteron jedoch mit deutlichen
androgenbedingten Nebenwirkungen wie fettige Haut, Akne und
Verschlimmerung
eines bereits bestehenden erblich bedingten Haarausfalls gerechnet
werden.
Häufig wird auch von Kopfschmerzen, Nasenbluten und deutlich
gesteigerter
Aggressivität berichtet. Die 17-alpha-Alkylierung macht
Fluoxymesteron zudem zu
einem die Leber deutlich belastenden anabolen androgenen Steroid, was
zur Folge
hat, dass die meisten Anwender Halotestin für maximal 6 bis 8
Wochen am Stück
einnehmen. Auch wenn Fluoxymesteron die Schilddrüsenfunktion
nicht direkt
beeinflusst, reduziert es die körpereigenen T3 Spiegel durch
eine Reduzierung
des Thyroid-Binding-Globulin-Spiegels.
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