
Anabole/androgene
Steroide bzw. im Volksmund "Anabolika" genannt, sind in vielen
unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich. Zur
Injektion
(Spritzen), zur oralen Verabreichung in Form von Kapseln, Tabletten,
Sprays und Trinklösungen, aber auch als Pflaster, Gele und so
genannte Paper Roids (Papierbögen, in die unterschiedliche
Mengen
Steroide eingearbeitet worden sind und die man entweder kaut, schluckt
oder im Mund zergehen lässt).
In dieser
Sektion
möchten wir uns mit den oralen Steroiden in Form von Tabletten
und
Kapseln beschäftigen. Des einen Freund, des anderen Feind,
haben
orale Steroide sicherlich ihre Daseinsberechtigung. Zum einen
natürlich als Alternative zu Injektionen, vor denen viele
Menschen
Angst haben, zum anderen aber auch bedingt durch die einfachere
Applikationsmöglichkeit. Es ist sicherlich schneller eine
Tablette
geschluckt, als eine Injektion gesetzt. Patienten, denen orale
Anabolika verschrieben werden, können somit Zeit sparen -
Zeit,
die ihnen bei Arztbesuchen zum Setzen einer Spritze abhanden gehen
würde.
Aber auch in Kreisen, in denen
Anabolika nichts zu
suchen haben, sprich im Sport, bieten Tabletten und Kapseln den
Vorteil, dass sie transportabel sind und beispielsweise mit auf
Flugreisen genommen werden können, während
Injektionsampullen
spätestens am Zoll auffallen und zu Probleme führen
können.
Desweiteren sind einige spezielle
Steroide wie
Oxandrolon
oder
Anapolon
(Oxymetholon) derzeit nur in Tablettenform
erhältlich.
Nachteil
von oralen Anabolika sind oftmals die Nebenwirkungen, die bei dieser
Art der Applikation unausweichlich sind. Hauptsächlich ist
hier
die oftmals vorhandene 17-alpha-Alkylierung gemeint, die das
zugeführte Steroid zwar vor einem
übermäßigen
Abbau in der Leber schützt, diese dadurch aber auch stark
beansprucht und im schlimmsten Fall zu Leberschädigungen
führen kann. Angemerkt werden solte jedoch, dass die Leber ein
regeneratives Organ ist, das durchaus mit einer gewissen Mengen an
Steroiden über einen bestimmten Zeitraum umgehen kann. Anders
sieht es natürlich aus, wenn unnötig hohe Dosierungen
über viel zu lange Zeiträume eingenommen werden, dann
hisst
auch die Leber nicht selten die weiße Fahne.
Der
dopende Athlet sollte daher stets den Unterschied zwischen
Anabolika-Benutzung und Anabolika-Missbrauch kennen, im amerikanischen
trefflich "the difference between use and abuse" genannt.