| Beim weltweit
bekannten Winstrol Depot handelt es sich um das 1962 von der Firma
Sterling in
Amerika patentierte anabole androgene Steroid Stanozolol. Winstrol
Depot ist
ein
Derivat von Dihydrotestosteron, welches zusätzlich
17-alpha-alkyliert wurde, um
die orale Verfügbarkeit des Wirkstoffs Stanozolol zu
verbessern. Winstrol ist
strukturell so aufgebaut, dass es vom Aromataseenzym nicht in
Östrogen
umgewandelt werden kann. Somit sind östrogenbedingte
Nebenwirkungen
wie
Gynäkomastie, Wassereinlagerungen und zusätzliche
Einlagerung von Körperfett
beim Einsatz von Stanozolol kein Thema.
Winstrol
Depot gehört zu den beliebtesten Steroiden für die
Diät und die Wettkampfvorbereitung
und hat den Ruf, einen bereits fettarmen Körper richtig hart
und definiert zu
machen. Wettkampfbodybuilder kombinieren Winstrol Depot gerne mit
anderen
nicht
aromatisierenden anabolen androgenen Steroiden wie Halotestin
(Fluoxymesteron) und
Trenbolon, doch
auch die Kombination von Stanozolol mit Testosteron
Propionat
ist für die Diät sehr beliebt.
Für
den
Masseaufbau ist Winstrol Depot aus mehreren Gründen nicht die
erste
Wahl. Auch wenn
es etwa dreimal so anabol wie Methyltestosteron wirkt, können
in der Praxis bei
der Anwendung von Stanozolol keine dramatischen Zuwächse an
Kraft und Masse beobachtet
werden. Dies liegt zum Teil auch daran, dass Winstrol Depot nicht
aromatisiert und
somit Wassereinlagerungen, wie sie bei der Anwendung typischer
„Masse-Steroide“
wie Testosteron,
Dianabol
(Methandrostenolon) und Anapolon
(Oxymetholon) auftreten,
ausbleiben. Die mit Hilfe von Winstrol Depot aufgebaute Muskelmasse ist
jedoch für
gewöhnlich von hoher Qualität und kann auch nach dem
Absetzen von Winstrol Depot
meist zum größten Teil gehalten werden. Weiterhin
ist das Steroid Winstrol
Depot dafür bekannt, dass es die Gelenke anfälliger
für durch Überlastungen
hervorgerufene Verletzungen macht, weshalb ein schweres
Masseaufbautraining in
Kombination mit Stanozolol nicht unbedingt die beste Idee ist.
Winstrol
Depot
ist neben der oralen Darreichungsform (Winstrol
Tabletten) auch als Injektionslösung
erhältlich. Der Begriff Injektionslösung
ist in diesem Zusammenhang nicht ganz korrekt, da der Wirkstoff
Stanozolol in
der wässrigen Lösung in Form kleiner,
wasserunlöslicher Partikel vorliegt.
Technisch gesehen handelt es sich bei injizierbarem Winstrol Depot also
um
eine
Suspension. Diese Eigenschaft von injizierbarem Winstrol Depot macht
Fälschungen
schwerer herstellbar als bei anderen anabolen Steroiden, da sich die
unlöslichen Stanozolol Schwebeteilchen als weiße
Schicht am Boden der Ampulle
absetzen, wenn man diese für einen Tag nicht bewegt. Aus
diesem Grund muss
Winstrol Depot vor der Injektion auch gut durchgemischt werden, so dass
man
wieder
eine Suspension zu erhalten. Hierbei hat sich herausgestellt, dass ein
vorsichtiges hin und her Rollen der Winstrol Depot Ampulle besser als
ein
kräftiges
Durchschütteln ist, da letzteres zu einer großen
Anzahl von Luftbläschen in der
Flüssigkeit führt, die sich nur langsam
auflösen. Unterschiedliche injizierbare
Winstrol-Depot-Produkte weisen eine unterschiedliche
Partikelgröße der Stanozolol
Schwebeteilchen auf, wobei Winstrol für die Anwendung beim
Menschen in der
Regel kleinere Stanozolol Partikel enthält, als Winstrol
Depot Injektionslösungen aus
dem Veterinärbereich. Diese unterschiedliche
Größe der Stanozolol Schwebeteilchen
besitzt in der Praxis unterschiedliche Auswirkungen. Während
für die Injektion
größerer Stanozolol Teilchen eine dickere Nadel
benötigt wird und das Brennen
an der Injektionsstelle stärker ausfällt,
führt die größere
Teilchengröße der
Stanozolol Partikel gleichzeitig zu einer besseren Depotwirkung, da
sich diese
Stanozolol Teilchen im Körper langsamer als kleinere
Stanozolol-Partikel
auflösen.
Interessanterweise
handelt es sich bei injizierbarem Winstrol Depot um denselben
17-alpha-alkylierten
Wirkstoff Stanozolol, der auch in der oralen Darreichungsform von
Winstrol
Depot verwendet wird. Auch wenn bei der Injektion von Winstrol Depot
der
„First Pass“ durch
die Leber einer oralen Gabe von Stanozolol wegfällt, ist
injiziertes Winstrol
Depot aufgrund der Alkylierung leberschädlicher als die
meisten
anderen injizierbaren
Steroide. Die Tatsache, dass injizierbares Winstrol 17-alpha-alkyliert
ist, hat
zu der weit verbreiteten Ansicht geführt, dass man
injizierbares Winstrol Depot ohne
Wirkungsverlust auch trinken könnte. Dies ist so nicht ganz
korrekt. Eine orale
Zufuhr einer Winstrol Depot Injektionslösung besitzt zwar auch
eine
gewisse Wirkung,
doch diese ist zwischen 20 und 50 % schwächer als die Wirkung
derselben Menge
Stanozolol, die in Form einer Injektion verabreicht wurde. Ein weiterer
weit
verbreiteter Winstrol Mythos ist der Glaube daran, dass Stanozolol an
der
Injektionsstelle zu einem lokalen Muskelwachstum führt. Es ist
zwar korrekt,
dass der Muskel, in den Winstrol injiziert wurde, an Umfang zunimmt,
doch dies
ist eher auf eine lokale Entzündungsreaktion auf die
injizierten Stanozolol
Partikel zurück zu führen.
Auch
wenn sich injizierbares Winstrol unter dem
Namen Winstrol Depot im Handel befindet, ist diese Depotwirkung nur von
kurzer
Dauer, was zur Folge hat, dass Winstrol in der Praxis täglich
oder zumindest
jeden zweiten Tag injiziert wird. Die beobachteten Dosierungen reichen
hierbei
von 50 mg jeden zweiten Tag bis hin zu 100 mg jeden Tag. |