| Beim
anabolen androgenen Steroid Trenbolon Enantat handelt es sich um
Trenbolon, an
welches ein Enantat Ester angehängt wurde. Anders als bei den
meisten anderen
anabolen androgenen Steroiden, die für die Anwendung bei
Mensch oder Tier entwickelt
wurden, handelt es sich bei dieser Trenbolon Variante um ein
Designer-Steroid,
das exklusiv von so genannten Underground Laboratorien hergestellt
wird.
Nachdem das
französische Parabolan,
welches den Wirkstoff Trenbolon
Hexahydrobenzylcarbonat enthielt, vom Markt verschwunden war, gab es
neben
wenigen Underground Produkten, die Trenbolon Hexahydrobenzylcarbonat
enthielten,
nur noch das relativ kurzwirksame Trenbolon
Acetat, welches im Körper eine
Wirkzeit von lediglich zwei bis drei Tagen besitzt und deshalb
täglich oder
zumindest jeden zweiten Tag injiziert werden muss, wenn auch nur
ansatzweise
stabile Wirkstoffspiegel im Körper erreicht werden sollen. Es
war daher eine
nahe liegende Idee, den Wirkstoff Trenbolon mit einem längeren
Ester zu
kombinieren, um ein Präparat mit einer Halbwertszeit von 5-6
Tagen und einer
Gesamtwirkzeit von etwa zwei Wochen zu erhalten. Da es sich bei Enantat
um
einen gängigeren Ester als beim Hexahydrobenzylcarbonat
handelt, entschied man
sich für Trenbolon Enantat. Auch wenn die grundlegenden
Wirkungen von Trenbolon
Acetat und Trenbolon Enantat mehr oder weniger dieselben sind, da im
Körper
erst das vom Ester abgetrennte Trenbolon als Wirkstoff aktiv wird,
besitzt
Trenbolon für den injektionsmüden Anwender zwei
entscheidende Vorteile. Zum
einen können die Injektionsintervalle, die für die
Aufrechterhaltung eines
gleichmäßigen Wirkstoffspiegels notwendig sind, im
Vergleich zu den 1 – 2 Tagen
beim Trenbolon Acetat auf 5 bis 7 Tage verlängert werden und
zum anderen ist
Trenbolon Enantat in deutlich höheren Konzentrationen im
Trägeröl löslich, was
ein geringeres Injektionsvolumen bedeutet.
Wie
bereits erwähnt, entsprechen die grundlegenden Wirkungen und Nebenwirkungen
des
anabolen androgenen Steroids Trenbolon Enantat im Großen und
Ganzen denen
anderer Trenbolon Ester. Trenbolon Enantat kann aufgrund seiner
Doppelbindung
zwischen dem neunten und zehnten Kohlenstoffatom im Körper
nicht durch das
Aromataseenzym in Östrogen umgewandelt werden, wodurch
östrogenbedingte Nebenwirkungen
wie Wassereinlagerung und Gynäkomastie nur selten auftreten.
Wenn
Nebenwirkungen dieser Art auftreten, liegt dies jedoch nicht an
Östrogen,
sondern daran, dass Trenbolon als Progestin wirkt. Dies bedeutet mit
anderen
Worten ausgedrückt, dass Trenbolon und sein
Stoffwechselprodukt
17-beta-Trenbolon direkt am Progesteronrezeptor andocken und dort eine
Progesteronwirkung hervorrufen können. Diese Eigenschaft kann
bei einigen
besonders empfindlichen Anwendern zu Wassereinlagerungen und einer auch
als
„Tren-Gyno“ bekannten Form der
Gynäkomastie führen. Da es sich hierbei nicht um
ein östrogenbedingtes Problem handelt, sind Aromatasehemmer
wie Arimidex oder
Östrogenrezeptorblocker wie Nolvadex (Tamoxifen) wirkungslos.
Eine weitere
Auswirkung dieser Wirkung als Progestin ist, dass Trenbolon die
körpereigene
Testosteron-Produktion sehr viel stärker und nachhaltiger als
andere anabole
androgene Steroide wie Masteron
(Drostanolon Propionat), Ganabol (Boldenon
Undecylenat) oder Winstrol
(Stanozolol) unterdrückt.
Weitere
Nebenwirkungen von Trenbolon Enantat umfassen androgenbedingte
Nebenwirkungen
wie gesteigerte Aggression, fettige Haut, Akne und die
Förderung eines bereits
vorhandenen erblich bedingten Haarausfalls. Da diese Wirkungen direkt
durch das
Trenbolon Molekül hervorgerufen werden, kann ihnen nicht mit
einem
Reduktasehemmer wie Finasterid (Proscar) entgegengewirkt werden.
Zusätzlich
hierzu führt Trenbolon häufig zu
verstärktem, meist nächtlichem Schwitzen und
Schlafstörungen.
Bodybuilder
setzen Trenbolon Enantat sowohl während der Aufbauphase als
auch während der
Diät und Wettkampfvorbereitung
ein. Trenbolon Enantat besitzt ausgeprägte
anabole Wirkungen, die unter anderem auf einer deutlichen
Förderung der
Stickstoffeinlagerung in die Muskulatur und eine Steigerung der
körpereigenen
IGF-1 Ausschüttung beruhen. Gleichzeitig wirkt Trenbolon stark
antikatabol, da
es einerseits die Cortisolproduktion blockiert und andererseits
verhindert,
dass Cortisol an die Glukokortikoid Rezeptoren andockt, wo es seine
katabole
Wirkung entfalten würde. Zusammen mit der Tatsache, dass
Trenbolon selbst bei
starker Kalorienrestriktion die Kraft aufrecht erhalten oder sogar
steigern
kann und der dem Trenbolon nachgesagten fettverbrennenden Wirkung
ergibt sich
somit ein anaboles androgenes Steroid, das ideal für die
Wettkampfvorbereitung
geeignet ist. In der Tat hat Trenbolon unter Wettkampfbodybuildern den
Ruf,
selbst während einer extremen Diät einen
Großteil der bestehenden Muskelmasse
zu erhalten.
Aber
auch Powerlifter
sind vom Trenbolon sehr angetan, da es wie nur wenige andere
Steroide, darunter Testosteron,
Dianabol
(Methandienon/Methandrostenolon) oder
Anapolon
(Oxymetholon), die Körperkraft zu steigern vermag.
Die in
der Praxis beobachteten Trenbolon Enantat Dosierungen liegen meist im
Bereich
von 200 bis 400 mg Trenbolon Enantat, wobei bei Wettkampfathleten auch
Dosierungen oberhalb von 700 mg Trenbolon Enantat pro Woche beobachtet
werden. Es
ist auch gängig, dass während einer Diät
bzw. in der Wettkampfvorbereitung das
kürzer wirksame Trenbolon Acetat, basierend auf dem Mythos,
dass das Acetat
Ester Fett verbrennt (was jedoch faktisch unwahr ist), verwendet wird.
Für den
Masseaufbau wird Trenbolon Enantat in der Praxis meist mit den
typischen
„Masse-Steroiden“ kombiniert, während im
Rahmen der Wettkampfvorbereitung nicht
aromatisierende Steroide wie Winstrol
(Stanozolol) oder Halotestin
(Fluoxymesteron) als Kombination bevorzugt werden. Da
Trenbolon, wie bereits
erwähnt, die körpereigene Testosteronproduktion
nahezu vollständig unterdrückt,
wird Trenbolon Enantat in der Praxis meist mit Testosteron kombiniert,
um einer
drohenden Impotenz vorzubeugen.
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